Mittwoch, 26. März 2008

Urlaub! (1/2)

Hm, die letzte Zeit war recht actionlastig und da hab ich einfach mal beim Bloggen gespart...

Bis zum 6. März hab ich erst tapfer gearbeitet und dann ging der Urlaubsstress los. Die Osterferien sind hier normalerweise 3 Wochen lang, aber da ich ja so fleißig war, habe ich mir noch eine Erweiterung gegönnt.
Ab dem 6. sind nach und nach ein paar Freunde eingetrudelt und dann haben wir uns zu viert auf eine knapp zweiwöchige Tour durch Großbritannien gemacht. Es war mehr eine Städtetour, auf der wir die meisten hochgelobten Städte abgeklappert haben: Glasgow, Edinburgh, Bristol, Bath und Cardiff.

Ganz kurz zusammengefasst war es ein ziemlicher Spaß und die Sonne hat zwischendurch auch mal geschienen.  Glasgow ist nicht so schick, hat aber eine super Nekropolis. Die Gräber wirken zwar etwas unsortiert, aber da wurde der Hügel halt mal richtig zugestellt. Edinburgh ist mein aktueller Favorit und eine richtig schöne alte Stadt. Relativ kompakt und die alten Häuser dominieren. Dazu drei Hügel, wobei auf einem die Stadtfestung steht, dem nächsten ein Denkmal und der dritte eine Art Stadtpark ist. Sowas hebt die Lebensqualität natürlich ungemein. Bristol ist halt einfach eine große Stadt die vereinzelt richtig schicke Ecken hat, aber ansonsten stadtplanungsmäßig so wie Manchester gelitten hat. Bath ist auch wieder richtig alt, aber Edinburgh ist mir sympathischer. In Bath gibt es dann noch ein römisches Bad auf einer heißen Quelle, was aber nicht so spektakulär ist, da nach tausend Jahren intensiver Nichtnutzung eigentlich nur das Becken übrig geblieben war. Um 1900 wurde dann wieder was drauf gebaut, aber so richtig orginal war da nichts mehr. Cardiff war auch ganz schick und hat ein sehr schicke Burg. Die wurde mal von den Römern angelegt und seitdem in der Größe unverändert gelassen. Dort haben sie Innenräume restauriert, die extrem eindrucksvoll sind, da dort eine lange Zeit ein Kohle-Mogul gelebt hat, der sich richtig was gegönnt hat.

Das erstmal in aller Kürze, da ich gleich in den nächsten Urlaub in Lissabon aufbrechen werde. Ab dem 10.4. bin ich dann wieder in Manchester und muss dann erst einmal richtig ackern, um mein Projekt vernünftig abschließen zu können.





Sonntag, 10. Februar 2008

Das Jahr der Ratte

Am 7. Februar begann nach chinesischer Zeitrechnung das Jahr der Ratte. Und da hier in Manchester die zweitgrößte Ansammlung von Chinesen ist, wurde das natürlich auch gefeiert. Allerdings hat man das gleich auf einen Sonntag verschoben, damit ist das hier mit den örtlichen Gegebenheiten funktioniert und so gab es heute einen Drachenumzug und eine Art Volksfest in Chinatown.

Jahr der Ratte


Naja, ich war dabei. Aber man hat schon gemerkt, dass die zweitgrößste chinesische Ansammlung in England schon etwas kleiner ist... Die Drachenträger waren zum Beispiel schon nicht mehr zweifelsfrei als Chinesen zu identifizieren.
Ansonsten scheint hier mittlerweile wieder die Sonne und mein haariges Projekt nimmt Gestalt an.

Dienstag, 15. Januar 2008

Weiter geht's...

Hier passieren gerade denkbar unspektakuläre Sachen, aber der Vollständigkeit halber sage ich mal, dass ich mich gerade erfolgreich von der Prüfungsperiode ablenke. Die ersten zwei Prüfungen sind rum, und die liefen wider Erwarten recht gut. Da bleiben jetzt noch zwei.
Vom 12.18.07 bis zum 12.1.08 habe ich mich in Deutschland rumgetrieben und mir ein paar entspannte Wochen gemacht. Ich habe viele Freunde besuchen/sehen können und ansonsten habe ich meiner Schwester beim Wachsen zugeschaut.
Das zum aktuellen Stand - wirklich langweilig und ich melde mich, falls doch noch was passiert.

Montag, 3. Dezember 2007

Weihnachten!

Immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit hier so vergeht. Am 18.12. jette ich ja mal für ein paar Wochen heim, und dann ist schon fast die Hälfte wieder rum. Und da ist das ja schon extra ein ganzes Jahr...
Jetzt wird hier natürlich sogar im Wohnheim der Weihnachtskitsch rausgeholt, und das hinterlässt dann doch gemischt Gefühle. Es sieht halt so aus, dass sie Weihnachten auch dieses Jahr nicht vergessen haben, aber mehr halt auch nicht. Ist ja immer gut gemeint, aber mit aggressive blinkenden Weihnachtsbäumen kann ich mich halt nicht anfreunden. Aber ich habe von meiner Mutti einen Stollen bekommen, womit hier ja alles gut wird. Am ersten Advent haben wir den natürlich feierlich gekostet - allerdings nach einer richtig guten persischen Völlerei. Es gab eine Hühnchen-Reis-Jogurt-Kombination, die richtig edel war. Und auch spektakulärer war, als die drei Hauptzutaten erahnen lassen.
Dann geht es jetzt mir meinem Projekt richtig los und ich habe die ersten DSC-Messungen durchgeführt. Und da die nächste Woche schon fast alle Vorlesungen vorbei sind, kann ich wohl gleich eine Laborwoche draus machen...
Und was ich schon immer mal sagen wollte: Die Briten scheinen keine Mischbatterien für ihre normale Wasserversorgung zu kennen. Bevorzugt hat man dann ein Waschbecken, wo dann möglichst weit auseinander zwei Hähne rumstehen. Super, entweder Verbrühen und oder richtig kalt. Echt toll, wie man sich an die Mischbatterien gewöhnt hat - und wie einfach man das Leben doch erleichtern kann. Von "Früher" kenn ich das ja auch - aber dann bitte mit gemeinsamen Hahn. Aber selbst das ist nicht drin. Aber positiv denken: Ist doch schön, wie einem diese Kleinigkeiten vom richtigen Elend anderswo ablenken.

Sonntag, 25. November 2007

Birmingham und so

Nach den letzten sehr entspannen Wochenenden in Manchester, habe ich nun doch endlich mal wieder die Stadt verlassen. Diesmal hab ich Christian in Birmingham besucht und wir wurden dafür gleich mit allen Regenarten belohnt, die Großbritannien so bieten kann. Dadurch wurde der Eindruck natürlich etwas verfälscht, aber die Stadt macht schon einen recht schicken Eindruck. Die Städteplanung ist hier natürlich immer etwas wirr, aber es gibt sehr schöne Ecken, die ich aber wegen des Regens auch nicht fotografiert habe. Das hätte das auch nur entstellt. Richtig negativ eindrucksvoll war ein sehr schöner und historischer Marktplatz, an dessen einem Ende zwei richtig massive Plattenbauten geknallt wurden. Da finde ich vielleicht mal noch Sonnenbilder. Ansonsten gibt es auch noch ein großes Kanalsystem, an dessen Ufer sich viele schicke Pubs befinden. Nach einer Runde durchs Stadtzentrum und über dem Campus (im Regen natürlich) mit einer netten Kaffeepause, sind wir dann nach einer Runde Chile con Carne noch durch die Stadt gezogen. Und es war wohl eine Spezialbierkneipe, da wir dort Sachen wie Honey Bunny, Voodoo Beer und Hobgoblin getrunken haben. Klangen alle sehr spektakulär, ließen sich aber alle gut zwischen Guiness und Carlsberg einordnen. Also alles in allem auch eine nette englische Stadt, in der man sich auch gut austoben kann.

Meine Wochenenden hab ich meist mit Badminton verbracht, da jeden Sonntag die Entscheidung zwischen Wandern und Badminton ansteht. Bei dem Wetter und meinem aktuellem Spaß am Badminton, ging das aber immer für Badminton aus. Wenn alles nach Plan geht, werde ich jetzt wohl auch noch das ein oder andere mal gegen ein paar Freunden spielen können und kriege vielleicht irgendwann die Kurve zum Badminton Squad.
Die Projektarbeit nimmt auch weiter Gestalt an und nächste Woche gibt es dann die ersten praktischen Tests und Einführungen. Von daher ist daher ist noch nichts spektakuläres passiert.
Die Regulären Vorlesungen plätschern so dahin, aber werden teilweise jetzt richtig spannend, da die Hochleistungswebstühle doch teilweise richtig fesche Ideen verwenden. Naja, und an sich ist das Semester hier ja gleich vorbei. Am 15.12. ist wohl die letzte Vorlesung, und dann sind schon wieder 14 Wochen um. Im nächsten Semester werde ich mich dann aber wohl wieder mehr um die Werkstoffwissenschaft und Englisch kümmern, aber da muss ich noch ein bisschen recherchieren.
Ach und in Manchester gibt es ja eine sehr berühmte Curry Mile, wo alle möglichen indischen und pakistanischen Köstlichkeiten gibt. Nachdem ich jetzt die Schärfeskala 3 von 4 noch mit vertretbaren Schmerzen genießen konnte, ist es jetzt bald Zeit die Limits auszuloten.


Birmingham 2007-11-24 (feuchte Beweisbilder)

Freitag, 2. November 2007

Studium und so

Die Reading Week ist fast vorbei und ich wollte ja mal erläutern, was ich hier eigentlich mache... Durch ein paar schräge Sachen, hatte ich mich ja letztendlich bei Manchester beworben und wurde hier dann als Textiltechniker eingeschleust. Damit tobe ich mich jetzt im Undergraduate Programm Textile Science and Technology, was der Textiltechnik entspricht. Das Undergraduate Programm geht hier drei Jahre und ich habe mir von jedem Jahr was feines rausgesucht, aber meist bewege ich mich im zweiten Jahr. Ich habe jetzt Vorlesungen wie Weben, Stricken, Faserkunde (Fibre Science klingt aber besser) und Textilprüfung. Da ich vorher überhaupt keinen Plan von den Textilen hatte, war das ein ordentlicher Kaltstart im zweiten Jahr, aber mittlerweile flutscht das auch ganz gut.
Bevor sich da Routine einstellt, habe ich mich jetzt noch um eine Projektarbeit beworben... Das ist hier üblich für die Studenten im dritten Jahr und läuft in Teilzeit über das gesamte Jahr, wobei der offizielle Umfang um die 400 Arbeitsstunden ist. Ich habe hier einen Professor mit freien Projekten gefunden und werde mich jetzt mit den physikalischen Eigenschaften von Haaren beschäftigen. Die Wendung zu den Haaren kam für mich ziemlich überraschend, aber nach den ersten Recherchen haben die auch sehr interessante Eigenschaften. So werden die Haare regelmäßig als einen sehr komplexen nanoskaligen Verbundwerkstoff gefeiert. Selbst das Wachstum ist schon spannend, da man das Gesamtzusammenspiel schon als selbstorganisierend bezeichnen kann. Für die Insider: Konkret werde ich mich mit der Glastemperatur der Haare in Abhängigkeit des Wassergehalts beschäftigen. Gemessen wird das ganze per DSC (Differential-Scanning-Calorimetry) und somit ist die Analytik doch ein klassischer Teil der Werkstoffwissenschaft. Das ist nämlich extrem wichtig für die Dauerwelle (!) und ähnliche Stylingsachen. Die fachliche Beschäftigung sollte daher sicher gestellt sein.

Vom Studienumfeld ist das hier recht angenehm und doch sehr ähnlich im Vergleich zu Dresden. Ich war ja anfangs sehr gespannt ob dieser Eliteuni (Top25 Weltweit) und hatte schon Angst um meinen ausgedehnten Schlaf. Aber sie kochen hier halt auch mit Wasser und bei den Undergraduates ist das alles noch ganz human für meine Verhältnisse. Bei den Ingenieurwissenschaften ist die Welt also nach wie vor in Ordnung. Aus der BWL- und Politiksparte würde man hier sicherlich einen großen Sprung nach vorn machen, aber bei mir hat sich da also nicht viel geändert. Prinzipiell ist das hier aber das größte Werkstoffinstitut Europas und wohl die Uni mit der längsten Textiltradition. Die Jahrgangsgröße ist hier trotzdem recht übersichtlich. 1. Jahr: 250, 2. Jahr: 10, 3. Jahr: 4 - Im ersten Jahr haben hier noch die meisten textilnahen Studiengänge zusammen, aber im zweiten Jahr sitze ich nur in den richtig technischen Vorlesungen, wo der Andrang doch stark nachlässt. Science und Technology ist hier also auch nicht so begehrt, sondern die Leute machen mehr Mode Management und dergleichen, was hier auch angeboten wird. Für mein Englisch spreche ich gerade aber mehr mit meinem Wohnheimmitbewohnern und Sprachtandems, da an der Uni auch kein Oxfordenglisch gesprochen wird. Im 2. Jahr sind 2 Briten dabei und im 3. Jahr ist es nur noch eine Britin. Die Dozenten kommen auch eher aus Fernost, aber mittlerweile verstehe ich sie alle.

Montag, 22. Oktober 2007

Ingleton - Wandern

Nach dem letzten Wochenende mit dem speziellem Stadtausflug, habe ich es diesmal wieder mit mehr Natur versucht. Ich war wieder mit dem Hiking Club wandern und wir haben uns diesmal in Ingleton ausgetobt. Das ist nicht ganz so weit im Norden wie der Lake District, aber dünn besiedelt ist es immerhin schon. Hier ist das ganze etwas kalkiger, wodurch es hier viele Karsterscheinungen gibt. Es gibt hier auch einen Club für Höhlenerkundungen, die sich hier auch sehr gerne rumtreiben. Diesmal wollte ich es wissen, und habe mich für die sportliches Gruppe mit geplanten 25 km und 1000 Höhenmetern entschieden, aber da wir zu langsam waren, mussten wir den zweiten Gipfel dann doch auslassen und haben ein paar Höhenmeter gespart. Ansonsten gibt's wieder ganz viele Bilder.

Ingleton, Hiking


Zur Uni schreibe ich nächste Woche hoffentlich auch was, da hier dann die Reading Week ist. Theoretisch kann man da alles Zeug angucken, was man die letzten 6 Wochen nie geschafft hat.. Wie auch immer - diejenigen, die ich bisher gefragt habe, fahren einfach nur Heim. Ansonsten gibt es noch eine neue Perspektive: Ich bin in Verhandlungen mit einem Professor und werde ich hier wohl eine Projektarbeit schreiben. Damit hätte ich hier noch was richtig fetziges zu tun und könnte das wohl auch für mein Diplom verwenden.